Lamberti Magazin
2022
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DAMIT OLDENBURG NOCH SCHÖNER WIRD

© Mario Dirks

Seit September gehen das City Management Oldenburg (CMO) und der Verkehrsverein Oldenburg (VVO) gemeinsame Wege. Stefan Dieker ist zum 2. Vorsitzenden ernannt worden und setzt sich auch künftig nach zahlreichen Jahren im CMO-Vorstand für die Belange der Innenstadt ein. Weitere Verweilmöglichkeiten, das Lichtkonzept zur Weihnachtszeit oder die Belieferung der Geschäfte: „Damit die Stadt noch schöner aussieht, gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung, wobei wir alle, auch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, an einem Strang ziehen“, sagt der Augenoptikermeister. „Man darf sich bei den vielen Aufgaben allerdings nicht verzetteln“, so der 59-Jährige. Er selbst hat vor 22 Jahren mit seiner damaligen Ehefrau Eva das Optikfachgeschäft Die Diekers gegründet und betreibt seit vier Jahren zusätzlich den nur wenige Meter entfernten, vom Ambiente her etwas cooleren Laden DIKA Eyewear – mit Erlebnisfaktor, was nicht nur jüngere Kunden anspricht.

Mehr Treffpunkte in der City

Genaues Beobachten, scharfes Analysieren und dann mit unkonventionellen Ideen um die Ecken kommen – das kann eine ganze Menge bewirken. Als Stefan Dieker beispielsweise vor zwölf Jahren das Label „Oldenburgs gute Adressen“ ins Leben rief, ahnte er noch nicht, dass es sich zu einer so aussagekräftigen Marke mit Bestand entwickeln würde.

Handlungsbedarf sieht er unter anderem bei der Belieferung der Innenstadtgeschäfte oder der Müllentsorgung. „Manchmal dauert dies bis zur Mittagszeit, wobei die großen Wagen den ungestörten Bummel durch die Fußgängerzone deutlich stören. Spätestens um zehn sollte aber Schluss sein, auch Hot Spots, an denen die Waren mit Hilfe von E-Mobilität zu den jeweiligen Geschäften transportiert werden, wäre eine gute Alternative“, so Stefan Dieker, der auch in seinen Läden viel Wert auf Nachhaltigkeit legt. Oder aber der Erlebnischarakter und der Wunsch vieler Menschen nach weiteren Orten, an denen sie sich treffen können. „Warum nicht mehr Kultur in die Stadt holen oder Teile der Universität? Es gibt zum Beispiel verschiedene Orte und Flächen für Vorlesungsmöglichkeiten. Hier wünsche ich mir mehr neue Ideen, auch um dem aktuellen Leerstand entgegenzuwirken.“

Neue Denkweisen 

„Die aktuelle wirtschaftliche Situation vieler Menschen, die Corona-Folgen und der Fachkräftemangel müssen neue Denkweisen zulassen, um dem derzeitigen Leerstand entgegenzuwirken. Genau deswegen müssen wir neue Ideen kreieren und andere Wege gehen“, so Stefan Dieker. Dennoch bleibe der Handel die Kernkompetenz der Innenstadt.  „Auch die Gastronomie ist wichtig – und dass alles in einem gesunden Verhältnis zueinandersteht.“ Sehr gut gefällt ihm die Entzerrung des diesjährigen Lamberti-Marktes mit zwei Standorten: rund um die Lamberti-Kirche und auf dem Waffenplatz.

Wie machen es die anderen?

Der gebürtige Münsteraner, der viele Jahre auch in Köln gelebt hat, ist sowohl beruflich als auch privat viel unterwegs – und kann sich dementsprechend immer wieder neue Inspirationen verschaffen. „Es lohnt sich, sich auch in anderen Städten etwas genauer umzuschauen“, so Stefan Dieker. Da ist beispielsweise der Sohn, der im niederländischen Leeuwarden mit seinen vielen kleinen Läden und Cafés studiert; oder die Tochter, die es nun nach Köln verschlagen hat. „Hier gibt es beispielsweise richtig tolle Second-Hand-Läden, in denen die Klamotten kiloweise verkauft werden“, erzählt Stefan Dieker. „So einiges könnte man sicher auch in Oldenburg umsetzen“, ist sich der Unternehmer sicher.

„Man muss mutig sein und am Ende auch die Dinge machen, die dann vielleicht doch nicht hundertprozentig funktionieren – und dann wieder neue Wege gehen.“

Stefan Dieker


VON MELANIE JÜLISCH